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Technical SEO Audit: Unsere Checkliste für jeden Kunden

Veröffentlicht am 01. Juni 2026 · von Simon Meyer
Technical SEO Audit: Unsere Checkliste für jeden Kunden

72 % aller Websites scheitern an technischen SEO-Fehlern. Core Web Vitals, Crawlability, Indexierung, Structured Data und Page Speed – die komplette Audit-Checkliste, die wir für jeden Kunden durchgehen.

Jeder Kunde, der bei uns ein SEO-Projekt startet, bekommt als Erstes einen Technical SEO Audit. Nicht als Upsell, nicht als Extra-Paket. Sondern weil technische Probleme alles blockieren, was danach kommt. Die beste Content-Strategie bringt nichts, wenn Google deine Seiten nicht crawlen kann. Die stärksten Backlinks verpuffen, wenn deine Ladezeit bei 6 Sekunden liegt.

Wir haben diese Checkliste über dutzende Kundenprojekte geschärft. In diesem Artikel bekommst du die komplette Liste: jeden Prüfpunkt, die häufigsten Fehler und die Tools, die wir dafür einsetzen. Damit kannst du deinen eigenen Audit starten oder verstehen, was wir bei dir prüfen.

72 % aller Websites scheitern an technischem SEO

72 %
scheitern an mind. einem
kritischen Tech-SEO-Faktor
48 %
bestehen Core Web Vitals
auf Mobilgeräten
+30 %
organischer Traffic
nach technischem Audit

1. Crawlability: Findet Google deine Seiten?

Bevor du über Rankings nachdenkst, muss Google deine Seiten finden und crawlen können. Das klingt selbstverständlich, geht aber regelmäßig schief.

robots.txt prüfen. Der häufigste Fehler, den wir sehen: Ein Disallow: / aus der Staging-Umgebung wurde beim Launch nicht entfernt. Deine gesamte Site ist für Suchmaschinen blockiert, und du merkst es erst Wochen später am Traffic-Einbruch. Ruf deinedomain.de/robots.txt im Browser auf und prüfe, ob keine wichtigen Verzeichnisse blockiert sind.

XML-Sitemap vorhanden? Deine Sitemap muss in der Google Search Console eingereicht sein und alle indexierbaren URLs enthalten. Keine 404er, keine redirecteten URLs, keine noindex-Seiten. Eine Sitemap ist kein Ranking-Faktor, aber sie beschleunigt die Indexierung neuer Inhalte und hilft Google, die Struktur deiner Site zu verstehen.

Crawl-Budget nicht verschwenden. Bei Enterprise-Sites verschwenden laut Oncrawl 47 % des Crawl-Budgets auf Parameter-URLs: Filtervarianten, Session-IDs, Sortierungen. Für die meisten KMU-Websites ist Crawl-Budget kein Problem. Aber wenn du einen Shop mit Tausenden Filterkombinationen betreibst, solltest du Parameter-URLs per Canonical oder robots.txt konsolidieren.

Orphan Pages finden. Seiten, auf die kein einziger interner Link zeigt, werden von Google schlecht oder gar nicht gecrawlt. Screaming Frog zeigt dir Orphan Pages in wenigen Klicks. Jede Seite, die du ranken willst, braucht mindestens einen internen Link von einer thematisch relevanten Seite.

2. Indexierung: Was landet im Google-Index?

Gecrawlt heißt nicht indexiert. Google entscheidet selbst, welche Seiten in den Index aufgenommen werden. Deine Aufgabe: sicherstellen, dass die richtigen Seiten indexiert werden und die falschen draußen bleiben.

Canonical Tags prüfen. Die Canonical-Adoption liegt branchenweit bei nur 67 %. Das heißt: Ein Drittel aller Websites setzt Canonicals falsch oder gar nicht ein. Ein falscher Canonical leitet die gesamte Authority einer Seite auf eine andere URL um. Prüfe bei jeder wichtigen Seite, ob der Canonical auf sich selbst zeigt und nicht versehentlich auf eine andere Version.

Duplicate Content identifizieren. URL-Varianten mit und ohne Trailing Slash, mit und ohne www, HTTP und HTTPS: Jede Kombination kann eine eigene Version deiner Seite erzeugen. Canonicals lösen das technisch. Redirects (301) lösen es sauberer. Prüfe mit site:deinedomain.de in Google, ob dort Seiten auftauchen, die nicht im Index sein sollten.

hreflang für mehrsprachige Sites. Wenn du deine Inhalte in mehreren Sprachen anbietest, brauchst du hreflang-Tags. Ohne sie zeigt Google deutschen Nutzern möglicherweise die englische Version und umgekehrt. hreflang muss bidirektional sein: Seite A verweist auf Seite B und Seite B auf Seite A. Fehler hier sind schwer zu debuggen, weil Google hreflang-Probleme nicht in der Search Console meldet.

Index Bloat vermeiden. Tag-Archive, Autoren-Seiten mit einem einzigen Beitrag, leere Kategorieseiten: All das bläht deinen Index auf, ohne Mehrwert zu liefern. Setze noindex auf Seiten, die keinen eigenständigen Suchintent bedienen.

3. Core Web Vitals: Die Performance-Metriken, die Google misst

Seit 2021 sind Core Web Vitals ein Ranking-Faktor. Google misst drei Werte anhand realer Nutzerdaten (Field Data, 75. Perzentil). Stand 2025 bestehen nur 48 % der mobilen und 56 % der Desktop-Seiten alle drei Schwellenwerte.

LCP
62 % bestehen
INP
77 % bestehen
CLS
85 % bestehen
Alle drei
48 % mobil

LCP (Largest Contentful Paint) < 2,5 Sekunden. Der schwierigste Wert. LCP misst, wann das größte sichtbare Element im Viewport geladen ist. Meistens ist das ein Hero-Bild oder eine große Textüberschrift. 38 % aller Seiten scheitern hier. Die häufigsten Ursachen: nicht optimierte Bilder, langsames Hosting mit hohem TTFB und render-blockierendes CSS/JavaScript.

INP (Interaction to Next Paint) < 200 ms. Seit März 2024 ersetzt INP die alte FID-Metrik. INP misst die Reaktionszeit auf Nutzerinteraktionen: Klicks, Taps, Tastatureingaben. Schweres JavaScript, lange Main-Thread-Blockaden und zu viele Event Listener sind die typischen Problemquellen.

CLS (Cumulative Layout Shift) < 0,1. CLS misst, wie stark sich Elemente auf der Seite verschieben, während sie lädt. Bilder ohne Width/Height-Attribute, nachladende Web Fonts und dynamisch eingefügte Werbebanner sind die Hauptverursacher. Setze width und height auf alle Bilder und nutze font-display: swap für Web Fonts.

4. Site-Architektur: Klicktiefe und interne Verlinkung

Google folgt Links. Die Struktur deiner internen Verlinkung bestimmt, welche Seiten wie viel Authority bekommen und wie schnell Google neue Inhalte findet.

Maximal 3 Klicks Tiefe. Jede wichtige Seite sollte von der Startseite aus in maximal drei Klicks erreichbar sein. Seiten, die fünf oder sechs Klicks tief liegen, werden seltener gecrawlt und ranken schlechter. Screaming Frog zeigt dir die Klicktiefe jeder URL in deinem Crawl.

Flache Hierarchie statt tiefer Verschachtelung. Eine gute Site-Architektur sieht so aus: Startseite → Kategorieseite → Einzelseite. Nicht: Startseite → Bereich → Unterbereich → Kategorie → Unterkategorie → Einzelseite. Je flacher die Hierarchie, desto gleichmäßiger verteilt sich die Link-Authority.

Breadcrumbs mit BreadcrumbList-Schema. Breadcrumbs helfen Nutzern und Google bei der Orientierung. Wenn du sie mit BreadcrumbList-Schema auszeichnest, zeigt Google die Breadcrumb-Hierarchie in den Suchergebnissen an. Das verbessert die CTR und signalisiert Google die Seitenstruktur.

Interne Links mit beschreibenden Ankertexten. "Hier klicken" und "Mehr erfahren" sagen Google nichts über die Zielseite. Nutze Ankertexte, die das Thema der verlinkten Seite beschreiben. Wer zum Beispiel Local SEO für Handwerker verlinkt, sollte genau das als Ankertext verwenden.

5. Mobile-First: Google crawlt zuerst mobil

Seit Oktober 2023 hat Google das Mobile-First Indexing für alle Websites abgeschlossen. Der Googlebot Smartphone ist der primäre Crawler. Das heißt: Die mobile Version deiner Seite ist die Version, die Google bewertet.

Responsive Design prüfen. Teste deine Seiten auf verschiedenen Bildschirmgrößen. Chrome DevTools mit den Device-Presets reicht für einen ersten Check. Achte auf: Text, der über den Viewport hinausragt. Buttons, die zu klein zum Tippen sind. Horizontales Scrollen. Bilder, die den Container sprengen.

Mobile Inhalte = Desktop Inhalte. Wenn du auf der mobilen Version Inhalte ausblendest (per display: none oder Akkordeons), indexiert Google diese Inhalte möglicherweise nicht oder bewertet sie geringer. Seit Mobile-First zählt der mobile Content. Alles, was ranken soll, muss mobil sichtbar sein.

Touch-Targets und Schriftgröße. Google empfiehlt Touch-Targets von mindestens 48 x 48 Pixeln und eine Basis-Schriftgröße von 16 px. Links, die zu nah beieinanderliegen, und Text, der auf dem Smartphone nicht lesbar ist, sind negative Signale.

6. HTTPS und Security Headers

HTTPS ist seit 2014 ein Ranking-Faktor. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass ein SSL-Zertifikat allein nicht reicht. Die Konfiguration drumherum muss stimmen.

Mixed Content eliminieren. Deine Seite lädt per HTTPS, aber einzelne Ressourcen (Bilder, Skripte, Stylesheets) werden per HTTP geladen. Der Browser zeigt eine Warnung, Google wertet das als unsichere Seite. Chrome DevTools (Console) zeigt dir Mixed-Content-Warnungen. Ersetze alle HTTP-Referenzen durch HTTPS.

HSTS aktivieren. HTTP Strict Transport Security erzwingt, dass der Browser deine Seite immer per HTTPS aufruft. Ohne HSTS kann ein Angreifer den ersten HTTP-Request abfangen, bevor der Redirect zu HTTPS greift. Die meisten Hoster bieten HSTS als Ein-Klick-Option. Wenn du mehr über Performance und Sicherheitsarchitektur wissen willst, lies unseren Headless-WordPress-Artikel.

Security Headers setzen. Korrekte Security Headers reduzieren die Angriffsfläche um 60 bis 80 %. Die wichtigsten: X-Content-Type-Options: nosniff, X-Frame-Options: DENY, Content-Security-Policy und Referrer-Policy. Teste deine Headers mit securityheaders.com.

7. Structured Data: Maschinen lesen JSON-LD

Structured Data hilft Google, den Inhalt deiner Seiten zu verstehen. Seiten mit Schema-Markup erzielen laut Studien eine um 35 % höhere CTR in den Suchergebnissen. JSON-LD ist das einzige von Google empfohlene Format.

Welche Schema-Typen für KMU relevant sind:

  • Organization: Name, Logo, Social-Media-Profile, Kontaktdaten. Gehört auf jede Website.
  • BreadcrumbList: Breadcrumb-Navigation als Schema. Verbessert die Darstellung in den SERPs.
  • Article: Für Blog-Beiträge und Newsartikel. Headline, Author, DatePublished, DateModified.
  • Product: Für Shops. Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen.

Ein Hinweis zu FAQ-Schema: Seit Mai 2026 zeigt Google FAQ-Rich-Results nur noch für Government- und Health-Websites. Für alle anderen lohnt sich die Implementierung nicht mehr.

Structured Data wird zunehmend relevant für die Sichtbarkeit in KI-Suchmaschinen. Wenn du deine GAIO-Strategie aufbaust, ist sauberes Schema-Markup die Grundlage dafür, dass KI-Systeme deine Inhalte korrekt zuordnen.

Teste dein Markup mit dem Google Rich Results Test. Fehlerhafte oder unvollständige Schemas schaden zwar nicht direkt, aber du verschenkst das Potenzial.

8. Page Speed: Bilder, Fonts und JavaScript

Core Web Vitals messen das Ergebnis. Page-Speed-Optimierung ist der Hebel. Hier sind die Maßnahmen mit dem größten Impact:

Bilder: WebP oder AVIF statt PNG/JPEG. WebP spart 25 bis 35 % Dateigröße bei gleicher Qualität. AVIF spart noch mehr, wird aber noch nicht von allen Browsern unterstützt. Nutze das <picture>-Element mit AVIF als erstem Source und WebP als Fallback. Setze loading="lazy" auf alle Bilder, die nicht im initialen Viewport sichtbar sind.

Web Fonts: font-display: swap. Ohne diese Deklaration blockiert der Browser das Rendering, bis die Font-Datei geladen ist. Das verschlechtert LCP und FCP. Mit swap zeigt der Browser sofort eine Fallback-Schrift und tauscht sie aus, sobald die Web Font bereit ist. Lade maximal zwei Font-Gewichte (Regular und Bold) und nutze font-subsetting, um nur die benötigten Zeichen zu laden.

CSS und JavaScript minimieren. Minification entfernt Leerzeichen, Kommentare und unnötige Zeichen. Das spart bei CSS 15 bis 20 % Dateigröße, bei JavaScript 20 bis 30 %. Lade JavaScript mit defer oder async, um Render-Blocking zu vermeiden. Entferne ungenutztes CSS mit Tools wie PurgeCSS.

TTFB (Time to First Byte). TTFB hängt vom Hosting ab. Shared Hosting vs. Managed vs. VPS: Die Unterschiede sind messbar. Ein TTFB von unter 200 ms ist gut, unter 100 ms ist exzellent. Wenn dein TTFB über 600 ms liegt, hilft keine Bildoptimierung der Welt.

9. Unsere Audit-Tools im Überblick

Für einen vollständigen Technical SEO Audit brauchst du nicht fünf kostenpflichtige Tools. Mit der richtigen Kombination deckst du alles ab. Hier sind die Tools, die wir bei jedem Audit einsetzen:

ToolPrüftKostenlos?
Google Search ConsoleIndexierung, Crawl-Fehler, Core Web Vitals (Field Data), hreflangJa
PageSpeed InsightsCore Web Vitals (Lab + Field), Performance-Score, OptimierungsvorschlägeJa
Lighthouse (Chrome)Performance, Accessibility, Best Practices, SEO-BasicsJa
Rich Results TestStructured Data, Schema-Validierung, Rich-Result-VorschauJa
Screaming FrogCrawl-Analyse, Broken Links, Canonicals, Klicktiefe, Orphan PagesBis 500 URLs
Ahrefs / SemrushSite Audit, Backlink-Analyse, Keyword-Monitoring, WettbewerbsvergleichNein

Unser Tipp: Starte mit der Google Search Console. Sie zeigt dir die kritischsten Probleme zuerst: Indexierungsfehler, Crawl-Probleme, CWV-Werte. PageSpeed Insights liefert die Detailanalyse für einzelne URLs. Screaming Frog gibt dir den vollständigen Überblick über alle technischen Aspekte deiner Site.

10. Fazit: Technische Basis zuerst

Ein Technical SEO Audit ist kein einmaliges Projekt. Jedes Theme-Update, jedes neue Plugin, jeder Server-Umzug kann technische Probleme verursachen. Wir empfehlen unseren Kunden, die Kernpunkte vierteljährlich zu prüfen: Crawl-Fehler in der Search Console, Core Web Vitals, Indexierungsstatus.

Die Reihenfolge ist wichtig: Erst die technische Basis, dann Content, dann Links. Wer diesen Ablauf umdreht, investiert Budget in Inhalte, die Google nicht findet, und in Backlinks, die auf langsame Seiten zeigen.

Wenn du die Checkliste durchgehst und bei mehr als zwei Punkten unsicher bist, sprich mit uns. Wir machen diesen Audit für jeden Kunden und kennen die typischen Stolperstellen für KMU-Websites im DACH-Raum.

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